Articles by " Christian"

So why does it always rain on … Chiloé?

Mrz 5, 2012 by     No Comments    Posted under: Allgemein, Kultur, Travel

Von Puerto Montt aus habe ich direkt den nächsten Bus in Richtung Chiloé genommen. Die „Isla Grande de Chiloé“ (so der korrekte, volle spanische Name) ist die zweitgrößte Insel Chiles, und die Bewohner Chiloés werden als „Chiloten“ bezeichnet. Das Klima auf Chiloé ist sehr mild und sehr feucht, deshalb ist die Insel auch so grün und voll mit Bäumen und Pflanzen verschiedenster Art. „Feucht“ bedeutet aber auch, dass es häufig regnet. Dass das tatsächlich so ist, habe ich viel deutlicher zu spüren bekommen, als mir lieb gewesen wäre.

Zuerst mal ein Hostal suchen

Ich hatte mich dazu entschieden, mit dem Bus direkt bis in die Hauptstadt Chiloés zu fahren, nach „Castro“.  Von Puertto Mont aus sind das ca. 2,5 Stunden, inklusive der ca. 20minütigen Fahrt mit der Autofähre. Das alles ging dann eigentlich auch sehr schnell vorbei, obwohl ich bereits die 1.100 Kilometer von Santiago nach Puerto Montt in den Knochen hatte. In Castro angekommen ging es darum, ein Hostal (Hostel) zu finden. Im „LonelyPlanet“-Reiseführer hatte ich mir bereits eins ausgesucht, und praktischerweise lag es nur 5 Minuten Fußweg vom Bus-Terminal entfernt. Die nette ältere Senora an der Tür konnte zwar kein Englisch, aber so gut ist mein Spanisch dann mittlerweile doch , dass ich eine Unterkunf für ein paar Nächte arrangiert bekomme.

„Mucho lluvia, si si!“

Was ich noch gar nicht erwähnt habe: Bei Ankunft der Fähre auf Chiloé hatte es zu regnen begonnen, und nicht mehr aufgehört. Bisher war das noch der für die Insel so typische Nieselregen … als ich aber gerade im Hostal angekommen war, brachen alle Dämme, und es schüttete fast den ganzen restlichen Tag wie aus Eimern. Und noch besser: So ging es am nächsten Tag weiter, so dass der geplante Ausflug in einen der Nationalparks Chiloés oder auf eine der kleineren Inseln sprichwörtlich ins Wasser fiel. Ich bin dann nur ein wenig in der Stadt (Castro) herumgelufen, hab ein paar Fotos gemacht (die man unten in der Galerie sehen kann), und dabei zwei mal richtig nass geworden. Die Häuser auf Pfählen (Palafitos), die auf einigen der Bilder zu sehen sind, gehören übrigens zum Weltkulturerbe.

Flucht nach Puerto Varas

Da es auch am folgenden Tag weiterregnen sollte, habe ich die Flucht angetreten und mir ein Ticket nachPuerto Montt gekauft. Von dort sollte es dann direkt weiter gehen nach Pucón oder Villarrica, beides Städte weiter nördlich gelegen. Allerdings hatte die Fahrt von Chiloé nach Puerto Montt aufgrund eines Unfalls/Staus so lange gedauert, dass ich mich spontan entschloss, erst einmal nur ins benachbarte Puerto Varas weiterzufahren, was laut Reiseführer ein sehr schönes Örtchen sein sollte. War es auch, Problem nur: Im Gegensatz zur Abreise aus Castro bzw. von Chiloe, bei der die Sonne geschien hatte, regnete es auch in Puerto Varas wie aus Kübeln, und ich war schon kurz nach der Ankunft am Busbahnhof total nass.

Mehr zum Aufenthalt in Puerto Varas und der weiterfahrt nach Villarrica im nächsten Post.

Santiago – Puerto Montt: Durch die Nacht mit Christian

Feb 28, 2012 by     No Comments    Posted under: Allgemein, Tipps & Tricks, Travel

Nach dem Abschied im Kinderheim habe ich mir noch einen Tag Auszeit in Santiago genommen, um danach mit dem „Travel“-Teil meines Work and Travel in Chile zu beginnen. In 10 Tagen kann man von einem so riesigen und vielfältigen Land wie Chile nicht mal annähernd alles sehen, deshalb hatte ich beschlossen, mir lediglich den „kleinen Süden“ genauer anzusehen, und den Norden sowie Patagonien im „großen Süden“ für einen weiterenAufenthalt in Chile aufzuheben. Der erste Abschnitt der Reise sollte mich nach Puerto Montt führen, eine Hafenstadt 1.100 Kilometer südlich von Santiago. Laut Reiseführer und auch in meinen augen kein besonders schöner Ort, und deshalb auch für mich lediglich eine Durchgangsstation auf dem Weg auf die Insel Chiloe. Was man auf einer solchen Fahrt so alles erlebt, erfahrt ihr im folgenden Post.

30.000 Pesos & Schokoriegel zum Frühstück

Am Samstagabend um 20.30 Uhr ging es dann also los, vom Busbahnhof außerhalb Santiagos. 30.000 Chilenische Pesos kostet die Fahrt nach Puerto Montt, in einem Top-Reisebuss inkl. Liegesitzen – das sind nicht einmal 50 Euro für recht angenehmes Reisen über 1100 Kilometer. Busfahren ist in Chile generell extrem günstig, und ganz klar das Nr.1 Verkehrsmittel für weitere Strecken. Denn: Züge gibt es so gut wie gar nicht, und die Reise mit dem Flugzeug können sich viele Chilenen schlichtweg nicht leisten (das Fliegen ist auch nicht günstiger als bei uns in Deutschland). Übrigens bekommt man auf der Fahrt auch 2 mal was zu essen: Abends direkt nach der Abfahrt einen Snack, und am nächsten Morgen ein Frühstück. Auf das Frühstück hatte ich mich richtig gefreut, und mit einem Sandwich oder so gerechnet … aber dann gab es zu meiner großen Enttäuschung einfach noch mal das gleiche wie am Vorabend: Erdnüsse, einen Schokoriegel (den ich nicht mochte), und einen ekelig klebrigen Saft. Kein Witz.

Durch die Nacht mit John F. & dem namenlosen Copiloten

Richtig klasse war der erste Teil der Fahrt, raus aus Santiago, in die Nacht hinein, und hinter den Bergen, die Santiago einkesseln, versinkt die Sonne. Dazu passende Musik auf den Kopfhörern (John Frusicante, für alle Freunde des guten Geschmacks) – genial! Im Bus werden auch Filme gezeigt, und es spielt überhaupt keine Rolle, ob die einer sehen will. Das war nämlich so: In meinem (Schlaf-)Abteil des Busses saßen insgesamt 4 Leute. Ein Pärchen, ein einzelner Mann und ich. Die drei haben direkt nach Abfahrt die Augen zugemacht, und ich hatte Kopfhörer auf und hab aus dem Fenster gestarrt. Trotzdem hat der „Copilot“ (ja, die haben hier immer einen, der nicht fährt, sondern nur als Reisebegleiter dient) einen Film nach dem anderen aufgelegt.

Diese Arbeitsauffassung des Copiloten ist eigentlich recht stellvertretend dafür, wie die Chilenen ihre Arbeit erledigen: Alles schön nach Vorschrift, und das auch nicht groß hinterfragen (ist nicht böse gemeint, aber definitiv sehr häufig zu beobachten). Der Copilot ist auch eigentlich die ganze Fahrt lang nicht zu sehen, taucht dann plötzlich auf, rennt wie ein Irrer durch das Abteil und erledigt die für diese Zeit vorgesehene Aufgabe (Ticket kontrollieren, Essen austeilen, Vorhänge zuziehen … wobei es keine Rolle spielt, dass man offensichtlich noch dabei ist, die Aussicht zu genießen). So ist das.

Was ich mich aber noch gefragt habe: Wenn der Mann sowieso die ganze Fahrt am Bord ist, und bis auf einige wenige Rundgänge durch den Bus eigentlich nichts zu tun hat, wieso verkauft der dann während einer so langen Fahrt im Bus keine Getränke oder ordentliches Essen? Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Chilenen das Angebot nicht nutzen würden? Keine Ahnung, ist aber irgendwie schräg.

Gute Nacht mit Pausen

Nun gut. Es ging dann also durch die Nacht in Richtung Süden. Ich hab natürlich den Vorhang wieder weggezogen, eine Platte nach der anderen gehört und mir das nächtliche, an mir vorbeirauschende Chile angesehen. Viel Pampa, aber auch Fabriken. Und Wohnhäuser direkt an der Autobahn, und immer wieder kleine Stände, an denen Mann Obst, Alkohol oder sonstiges kaufen kann.

Irgendwann wurde aber die Landschaft immer karger und damit alles auch schwärzer, und ich gleichzeitig immer müder.  So richtig fest geschlafen habe ich immer nur kurz, aber definitiv was es ein angenehmeres Reisen als in den aus Deutschland bekannten Reisebussen (denn die haben viel schmalere, und vor allen Dingen keine Schlafsitze).

Interessant war, dass der Bus während der Nacht ein paar mal ca. eine halbe Stunde irgendwo in der Pampa stand, und es nicht weiterging. Ich vermute Ruhezeiten für den Busfahrer. Und an der Stelle kommt für mich dann doch wieder die Frage auf, warum der Copilot kein echter Copilot ist.

Die Schokoriegel-Situation

Die Nacht ging aber insgesamt recht schnell vorbei. Und als es dann hell wurde, kam Kollege „Dienst nach Vorschrift“ wieder durchs Abteil geflitzt, hat die Vorhänge aufgerissen und die Pappkartons mit den Schokoriegeln verteilt. Als ich den Karton aufgemacht und festgestellt habe, dass nicht nur die Verpackung gleich war zum Vorabend, war ich schon sauer und habe den Kerl innerlich verflucht. Den genauen Wortlaut behalte ich aber für mich.

Der schnarchende Ehebrecher

Nun war es nicht mehr weit bis nach Puerto Montt. Just kamen wir auf der Zwischenstation in Osorno an, wo einige Leute ausstiegen, und einige neue hinzukamen. Ausgestiegen ist auch der beleibte Schnarcher direkt hinter mir, der, wenn er nicht gepennt hat, die ganze Nacht flüsternd mit seiner Freundin telefoniert hat, die ständig auf seinem „Ich habe den bescheuertsten Klingelton“-Handy angerufen hat. Die Frau war mir ja schon ein wenig unsympathisch, als sie ihren Liebsten in Santiago so theatralisch verabschiedet hat. Irgendwie meine ich mich zu erinnern, dass er dann in Osorno von einer anderen Dame sehr herzlich empfangen wurde … oder hab ich das nur geträumt? Verübeln könnte ich im das nicht. Hehe…

 Ankunft in Puerto Montt

Etwa zwei Stunden später, am Sonntag gegen 9 Uhr war das Ziel der Fahrt erreicht: die Hafenstadt Puerto Montt. Wie einleitend schon angedeutet nicht der Ort, an dem man sich längere Zeit aufhalten möchte. Vor allem dann  nicht, wenn man weiß, dass die Seen, Vulkane und undendlichen grünen Weiten des kleinen Südens ganz in der Nähe sind. Ebenso die Insel Chiloe, von der ich im nächsten Post berichten werde.

Volunteering Chile: Die zweite Woche

Feb 25, 2012 by     1 Comment     Posted under: Allgemein, Freiwilligenarbeit, Santiago

Ich habe es hier schon oft zitiert, doch muss es auch jetzt wieder sein: „Kinders, wie die Zeit vergeht!“ Hab ich dann auch zu den Jungs im Kinderheim gesagt, und dass ich gern noch länger bleiben würde, aber mir bleiben jetzt nur noch 8 Tage, und die will ich nutzen um wenigstens noch ein bisschen mehr zu sehen von diesem wunderschönen Land. Es wird mich in den Süden ziehen, nach Puerto Montt, auf die Insel Chiloe und nach Puchon – auch darüber werde ich berichten. Zunächst aber hier und jetzt noch mehr über die zweite Woche Volunteer-Work, die mit einem tränenreichen Abschied zu Ende ging.

Nur wenige Bilder von meiner Arbeit im Heim

Die zweite Woche im Heim begann schlecht, nämlich mit der Nachricht, dass ich bei keine Fotos machen darf – die Direktorin hatte Bedenken aufgrund der Tastsache, dass dann Bilder von den Kindern im Internet sind. Natürlich ist das nachvollziehbar, andererseits wird aber  auch eine Chance vertan, in einem seriösen Rahmen (also hier auf dem Blog) auf die Probleme aufmerksam zu machen, die es im für Touristen doch so schönen Santiago de Chile eben auch gibt. Und da SENAME (die Organisation, die das Heim unterhält) staatlich ist, ordne ich das Fotografie-Verbot auch politisch ein (denn logischerweise will die chilenische Regierung nicht, dass zu viele Leute in anderen Ländern sehen, dass es in den staatlichen Einrichtungen an allen Ecken und Enden fehlt).

Die Betreuer und die Kids hätten sicher nichts dagegen gehabt, wenn ich einige Erinnerungsfotos geschossen hätte. Und einige der Jungs haben mich sogar gebeten, zur Erinnerung Fotos zu machen. Da das vor dem Verbot war und die Kinder es sich gewünscht haben, dass ich die Bilder einstelle, sind sie hier zu sehen. Leider sind es nur Handy-Uploads, denn die Spiegelreflex-Kamera hatte ich nicht dabei.

Ein bisschen Unterrichten, ein bisschen spielen

So, dann noch ein wenig mehr zu der Arbeit mit den Jungs: Ein wirklich geordneter Englischunterricht war nicht wirklich möglich, da es z.B. keinen dafür vorgesehenen Raum und keine Materialien gab. Vor allem aber war es ein organisatorisches Problem, denn die Betreuer wechselten von Tag zu Tag und aus der Direktion hatte ich da auch nicht wirklich Unterstützung. Außerdem sind die Kinder in der Gruppe sehr unterschiedlichen Alters und teilweise einfach noch zu jung. Aber es hat sich irgendwann ein „harter Kern“ aus der Gruppe herausgebildet. Ein paar Jungs, die sehr interessiert waren daran, einige englische oder auch deutsche Wörter zu lernen und mehr über Europa, Deutschland und meine Heimat zu erfahren. Unbedingt erwähnt werden muss an dieser Stelle Richard, ein Junge aus dem Norden Chiles (mit deutschen Vorfahren), der sehr intelligent ist, viel liest, und schon relativ gut Englisch kann. Er war meine rechte Hand beim Unterrichten, ohne ihn wäre die Verständigung noch schwieriger gewesen.

Ansonsten hab ich aber auch viel mit den Jungs gespielt. Tischtennis, Fußball, Playstation, etc. – und Karten, genauer gesagt „Bridge“. Konnte ich vorher nicht, aber die Betreuer spielen das wohl immer, auch mit einigen der Jungs, und ich wurde angelernt.

Ach, das ist eine schöne Geschichte: Einer der Jungs, Jorge, er wurde dazu ausgewählt, in der nächsten Woche bei Roger Waters (Pink Floyd) mit vielen anderen Kids aus Santiago auf der Bühne zu stehen und bei „Another Brick In The Wall“ mitzsingen. Da er zwar den Text als Ausdruck und sogar die spanische Übersetzung hatte, aber natürlich keine Ahnung, wie man das alles in Englisch ausspricht, habe ich das Lied auf mein Handy gezogen, und wir haben geübt.

Tränenreicher Abschied

So ging auch die zweite Woche verdammt schnell rum. Am letzten Tag bin ich quer durch Santiago gefahren um auf einem großen Markt Blöcke, Stifte, etc. sowie einen Fußball zu kaufen, um den Kindern ein sinnvolles Geschenk zu machen. Schwer bepackt ging es dann zurück, quer durch die Stadt bis nach Pudahuel und ins Kinderheim. Dort gab es dann für alle Blöcke (mit coolen Motiven wie z.B. wilden Tiere oder Superhelden), und Stifte. Kam gut an, auch der neue Fußball. Na und dann gab es irgendwann den Abschied, der bei einigen der Jungs (vor allem beim harten Kern der Englisch-Gruppe) sehr tränenreich verlief, und ich musste mich sehr zusammenreißen, um die eine oder andere Träne wegzudrücken.

Es war eine wirklich schöne Zeit, wenn auch kurz. Ich werde viel mitnehmen von dieser neuen Erfahrung. Vielleicht werde ich irgendwann auch noch einmal zurückkehren, auf jeden Fall aber schreiben – zu Weihnachten oder so.

Die erste Woche im Kinderheim Pudahuel

Feb 17, 2012 by     No Comments    Posted under: Allgemein, Freiwilligenarbeit, Santiago

So, jetzt habe ich die erste Woche Freiwilligenarbeit in Santiago de Chile hinter mich gebracht. In Kombination mit dem jeweils morgens stattfindenden Sprachkurs und der recht aufwendigen Anreise nach Pudahuel (dem Ortsteil, in dem sich das Kinderheim befindet) war das alles nicht gerade wenig Action in den letzten Tagen. Aber: Es hat sich gelohnt! Denn: Obwohl die Verständigung schwierig war und die Kids mitunter schon recht anstrengend sein können, überwiegt das gute Gefühl einer wichtigen und neuen Erfahrung. Und meistens hat es einfach auch nur Spaß gemacht, den Jungs im Heim etwas beizubringen oder mit ihnen zu spielen. Einen detaillierten Bericht, vorrangig zum ersten Tag, auf dieser Seite. Weitere Berichte folgen.

Auf nach Pudahuel

Direkt nach der Schule ging es zu Wochenbeginn los, mit der Metro in Richtung Pudahuel. Die komplette Anreise dorthin (also mit Fußwegen und Umsteigen) dauert ca. 45 Minuten – mas o menus. Auf dem Hinweg an diesem ersten Tag war die U-Bahn relativ leer, und auch an der Zielstation „Pudahuel“ nicht wirklich viel los. Vom U-Bahnhof bin ich zu Fuß losgegangen, immer eine breite Straße entlang, Mittagssonne, keine Bäume, und wenige Menschen unterwegs (zumindest im Bergleich zum Zentrum). Irgendwann ging es dann links ab, hinein in eine Wohnsiedlung, gleich wieder rechts und fertig.

Keine Probleme am Sicherheitstor

An der Schule angekommen habe ich mich mit meinem für einen solchen Anlass mittlerweile recht sicherem Spanisch vorgestellt und gesagt, dass ich einen Termin mit der Direktorin habe. Die kam dann auch sofort zum Eingangstor um mich abzuholen. Auch die Konversation mit ihr war deutlich einfacher als beim ersten Aufeinandertreffen zwei Wochen zuvor. Ich wurde einigen weiteren Mitarbeitern vorgestellt, und gemeinsam mit einer der Betreuerinnen bin ich dann zu „meiner“ Gruppe gegangen, also zu den ca. 25 Jungs (im Alter von etwa 10 bis 16 Jahren), mit denen ich ab diesem Tag arbeiten sollte. Sie hat mich ganz kurz vorgestellt, und dann war ich an der Reihe.

 Kurz vorstellen…

„Hola chicos! Mi nombre es Christian, soy de Alemana! Yo hablo muy poco Espanol, pero trato de aprender. Por favor, hable despacio, para que pueda entender. Y no se ria cuando digo algo estupido! 🙂

Voy a seguir seis semanas en Chile, y estoy en Chile por dos semanas. En la manana yo apprendiendo epanol en la escuela. Despues yo vengo aqui por la tarde, en los sigurientes dos semanas. Quiero jugar con usted, y ensenar ingles. Me presente, ahora su! Una por una!“

Nachdem ich mich vorgestellt hatte, waren also die Jungs an der Reihe. Es war wirklich süß zu beobachten, wie einige von Ihnen vorgeprecht sind, ihren Namen laut in die Klasse gerufen haben, und andere nicht über ein schüchternes Nuscheln hinauskamen. Aber alle waren sehr interesiert und wollten genau beobachten, wer das da vorne ist und was er eigentlich genau will.

…und ran an die Playstation!

Nun hatten sich also alle vorgestellt, und die Betreuerin hat mich dann einfach mal machen lassen. Englisch nterrichten sollte ich erst am nächsten Tag, also ging es darum, mit den Jungs was zu spielen. Ich ließ mich nicht lange bitten,  auf der Playstation Pro Evolution Soccer zu zocken. Die Jungs haben dabei eine interne Regel, dass man das Joypad weiterreichen muss, wenn man ein Tor kassiert hat. Ich habe mich dann absolut nicht schlecht damit gefühlt, das Joypad dauerhaft zu behalten. Nur meine Gegner wurden reihenweise ausgetauscht. Später gab es noch einige Tischtennis-Matches, und zwischendurch immer wieder die Situationen, in denen 10 Jungs um dich herumstehen, auf dich einreden und etwas wissen wollen, aber Du verstehst kein Wort. Da hilft dann nur noch „einer nach dem anderen“ und „mas lento por favor!“. Aber selbst dann sind manche der Jungs in ihrem Slang wirklich nur schwer zu verstehen.

Am späten Nachmitag ging es dann noch raus in den Hof, wo die Kids Fußball, Basketball oder Volleyball spielen, oder bei den Mädchen stehen, die ansonsten im Haus gegenüber untergebracht sind,  nachmittags aber auch häufig „Ausgang“ haben. Die Betreuer müssen dann höllisch aufpassen, dass die „Pärchen“ der schon etwas älteren Kids nicht hinter irgendeiner Tür verschwinden.

Die Kinder leben in einfachsten Verhältnissen

Um das schnellstmöglich klarzustellen: Wenn wir hier von Playstation und Tischtennis sprechen, darf nicht der Eindruck entstehen, diese soziale  Einrichtung sei in irgendeiner Weise gut ausgestattet. Die ranzige Playtation 2, der uralte Röhrenfernseher und die ausgenudelte Tischtennisplatte sind wahrscheinlich Spenden gewesen. Ansonsten ist das Heim sehr, sind die Schlaf- und gleichzeitig Aufenthaltsräume der Kinder allenfalls spartanisch engerichtet. Jede Gruppe mit jeweils 20 bis 30 Kindern schläft in einem Saal, und dort wird tagsüber auch gespielt. Besonders negativ aufgefallen sind mir die Wasch- und Toilettenräume: es stinkt überall fürchterlich nach Urin, und auf die Toilette gehen möchte man hier als Gast wahlich nicht. Die Kinder müssen aber. Für mich sah es ein wenig so aus, als würde hier niemals sauber gemacht.

Fotos…

…hab ich leider noch keine gemacht. Das ist auch in Rücksprache mir der Organisaton geschehen, die mir den Volunteer-Job vermittelt hat. Als unbekannter Mann da in der ersten Woche mit einer Kamera in ein Kinderheim reinzumaschieren und rumzufotografieren ist einfach nicht angebracht. Mittlerweile kennt man die Verantwortlichen aber schon, und in der nächsten Woche wird es sicher möglich sein, in Absprache mit den Verantwortlichen einige Bilder aufzunehmen. Das Bild oben habe ich aus dem Netzt von einer offiziellen Seite, und werde es zeitnah gegen eine eigene Aufnahme austauschen.

Weitere Berichte aus der ersten Woche…

…folgen hier in Kürze!

Auf dem Cerro San Cristobal & kleine Stadtrundfahrt

Feb 15, 2012 by     1 Comment     Posted under: Allgemein, Ausflug, Kultur, Natur, Santiago

Die Marion von ChileInside war am vergangenen Samstag so nett, mich hier an meiner Wohnung abzuholen und eine kleine Stadtrundfahrt mit mir zu machen. Zuerst sind wir hoch auf den Cerro San Cristobal, was schon mal recht beeindruckend war, obwohl aufgrund des Smogs, der Jahreszeit und der Rußwolken, die von Waldbränden an der Küste herrühren, von den Anden nicht viel zu sehen ist. Danach ging es einmal kreuz und quer durch verschiedene (vor allem auch Außen-)Viertel Santiagos, inkl. Zwischenstopp auf der Dachterrasse des teuersten Hotels hier.

Zentrum von Santiago & Cerro Santa Lucia

Feb 12, 2012 by     1 Comment     Posted under: Allgemein, Ausflug, Kultur, Natur, Santiago

Buenas Noches! Nachdem ich gerade in einem fantastischen Restaurant unglaublich unfassbar gut und viel gegessen und getrunken habe, bleibt vor dem Schlafen gehen dennoch genug Energie übrig, um ein kleine Fotoauswahl von meinem gestrigen Ausflug ins Zentrum (inkl. Besteigung des Cerro Santa Lucia) zu posten. Viel Spaß damit!

Freiwilligenarbeit in Chile

Feb 11, 2012 by     4 Comments    Posted under: Allgemein, Freiwilligenarbeit, Santiago, Spanisch

Buenos dias! Schon wieder ist fast eine Woche ins Land gegangen, und das noch schneller als die ersten Tage hier in Chile. Und ich bin ja auch noch etwas schuldig: Viele von euch werden sich sicherlich bereits gefragt haben, was denn nun mit meiner Freiwilligenarbeit bzw. meinem Volunteer-Job ist – schließlich heißt der Blog doch „Work and Travel Chile“, und nicht bloß „Travel in Chile“ (wobei: das in der Sprachschule ist auch Arbeit, das muss man auch mal sagen). Aber ganz ernsthaft: Mit der Freiwilligenarbeit in Chile geht es erst am kommenden Montag los – also (leider) zwei Wochen später als geplant. Warum das so ist, und was ich als Volunteer genau machen werde, könnt ihr im folgenden Blog-Beitrag nachlesen.

(Volunteer-)Work and Travel Chile

Um es noch einmal ganz kurz für alle zu erklären:Work and Travel Chile“ steht in diesem Fall für die Kombination aus einem 4wöchigen Aufenthalt in Santiago de Chile, bei dem ich an den Vormittagen in der Sprachschule Spanisch lerne, und mich nachmittags freiwillig in einem Volunteer-Projekt engagiere.

Das Freiwilligen-Projekt in Santiago

Bei diesem „Projekt“ handelt es sich um eine soziale Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Ortsteil „Pudahuel“ (liegt in der Nähe des Flughafens). Die Einrichtung gehört zum Netzwerk SENAME (Servicio Nacional de Menores), einer staatlichen Stelle, die sich für den Schutz von Minderjährigen einsetzt und verschiedene Betreuungszentren und Kinderheime verwaltet. Hier leben Kids,  die keine Eltern mehr haben, oder deren Eltern sich aufgrund eines Gefängnisaufenthalts, Drogenproblemen oder sonstigen Gründen nicht um die Kinder kümmern können. Bei den Jugendlichen, die in der Einrichtung leben, verhält es sich ähnlich, allerdings ist die Einrichtung in diesem abgetrennten Bereich eher ein Jugendgefängnis, denn viele der älteren Kids sind bereits in jungen Jahren straffällig geworden.

Meine Arbeit in der Einrichtung

An den Nachmittagen der nächsten beiden Wochen werde ich nach der Sprachschule die U-Bahn in die ca. 30 Minuten entfernte Einrichtung in Pudahuel fahren, und mich dort um die Jungs zu kümmern, bzw. sie zu beschäftigen, damit sie nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen bzw. Langeweile haben. Was ich dann genau mit den Kids machen werde, werde ich a) von den Betreuern erfahren, hängt aber b) natürlich auch von meiner eigenen Initiative ab. Fußball spielen ist auf jeden Fall immer eine Möglichkeit, und im Idealfall werde ich den Jungs auch etwas Englisch beibringen. Ansonsten muss ich mal sehen, aber das klappt schon.

Die Sprache als Hürde…

Problemtisch ist natürlich, dass ich nur sehr wenig Spanisch spreche, und nur eine Person in der Einrichtung ein wenig Englisch kann. Hier liegt auch der Grund, warum es jetzt erst zwei Wochen vesrspätet losgeht mit der Freiwilligenarbeit in Chile.

…für meinen Volunteer-Job.

OK, das war so: Direkt nach dem ersten (Sprach-)Schultag bin ich Nachmittags mit der Hanani von ChileInside (der Agentur, die mir die Volunteer-Stelle vermittelt hat) in Richtung Pudahuel aufgebrochen. Hanani hat mir erklärt, wie man in Santiago U-Bahn fährt, wo ich umsteigen muss, und was es sonst noch alles zu beachten gibt auf dem Weg in die Einrichtung. Einfach war das aber nicht, denn die Hanani spricht neben Spanisch nur ein ganz klein wenig Englisch (sehr witzig fand ich, dass es schon den Eindruck machte, sie sei genervt, weil ich ja so noch gar kein Spanisch spreche … und am Ende hat sich herausgestellt, dass es ihr eher unangenehm war, dass sie kein Englisch kann).

Kommunikationsprobleme

Na auf jeden Fall sind wir irgendwann in der Einrichtung angekommen, und mussten dann am Sicherheitsmann vorbei. Nicht unbedingt ein sympathischer Kerl – wie diese Sicherheitsleute halt so sind (und irgendwie hat er mich an einen Bösewicht aus einem Film erinnert, der irgendwo in Mexiko spielt … hab aber den Titel vergessen).  Dann sind wir von der Direktorin abgeholt worden und in ihr Büro gegangen. Ich habe zwar nicht viel verstanden von dem was sie mit Hanani besprochen hat, aber es wurde schnell klar, dass meine nicht vorhandenen Sprachkenntnisse ein Problem sind. Das hat mich dann schon verwundert, weil es vorher eigentlich geklärt worden war, dass ich komplett ohne bzw. mit sehr schmalen Spanisch-Kenntnissen anreise. Es hieß ursprünglich auch, dass es jemanden gäbe, der Englisch spricht, und der mir in dern ersten Tagen behilflich sein würde. Es hat sich aber herausgestellt, dass diese Person (eine Psychologin), mittlerweile nicht mehr in der Einrichtung arbeitet.

Neuer Start zwei Wochen später

Glücklicherweise gab es dann dort aber doch noch jemand, der ein wenig Englisch konnte und als Übersetzer fungierte. Ganz kurz gefasst haben wir uns dann mit der Direktorin am Ende darauf verständigt, dass ich zumindest 2 Wochen lang Spanisch übe, und dann erst mit dem Volunter-Job starte. So kann ich zumindest mehr von dem verstehen, was die Mitarbeiter sagen, und den Kids die Begriffe, die ich bereits kenne, in Englisch beibringen. Also dann: ab Montag Freiwilligenabeit in Chile!

Bildergalerie: Valparaiso an der Chilenischen Pazifikküste

Feb 6, 2012 by     3 Comments    Posted under: Allgemein, Ausflug, Kultur, Natur

Wie versprochen hier die komplette Bilderserie meines Ausflugs nach Valparaiso.

Valparaíso – Tagesausflug in das „Paradiestal“

Feb 6, 2012 by     No Comments    Posted under: Allgemein, Ausflug, Kultur, Natur

Wenn man nach Chile kommt, muss man auf jeden Fall auch einmal Valpraíso (übersetzt „Paradiestal“) besuchen – das konnte ich jedem Reiseführer entnehmen, den ich im Vorfeld meines Südamerika-Trips gelesen habe. Spätestens nachdem ich im Fernsehen eine Dokumentation über die Stadt an der chilenischen Pazifikküste gesehen hatte, stand Valparaíso ganz oben auf meiner Liste der Orte, die ich auf meiner Reise durch Chile besuchen wollte. Zusammen mit Sergeij aus meinem Spanisch-Sprachkurs habe ich mich dann am gestrigen Samstag auf den ca. 120 Kilometer langen weg von Santiago an die Küste gemacht. Neben einem derben Sonnenbrand habe ich auch viele bleibende Eindrücke und eine Menge  schöner Fotos mit nach Santiago zurück gebracht.

Mit dem Bus für wenig Geld an die Küste

Von Santiago aus fahren ständig Busse in alle Himmelrichtungen, denn der Bus ist in Chile (und ganz Südamerika) das, was bei uns die Bahn ist. Zugverbindungen gibt es so gut wie keine, und wenn man kein Auto hat (bzw. nicht damit fährt, weil es einfach zu teuer ist) und auch nicht fliegen will, na dann nimmt man halt den Bus. So eine Fahrt ins 150 Kilometer entfernt gelegene Valparaíso kostet (inkl. Rückfahrt) 6.400 Chilenische Pesos, was ziemlich genau 10 Euro sind.

Kleine Hindernisse auf dem Weg bis zur Abfahrt

Dass in Chile sehr viele Menschen mit dem Bus fahren (speziell in der Ferienzeit, die wir gerade haben), konnten wir am Samstagmorgen bereits in der U-Bahn feststellen, die uns aus dem Zentrum Santiagos an den doch recht weit außerhalb gelegenen Busbahnhof bringen sollte. Nachdem wir zunächst drei Haltestellen zu früh ausgestiegen waren (Universidad Santiago, Universidad de Chile, Universidad … wer soll denn da noch den Überblick behalten!?) kamen wir noch rechtzeitig am Busbahnhof an. Man kann sagen, dass Sergeij und ich schon ein wenig baff waren ob der Größe dieser Anlage, der Menschenmenge und der Anzahl an Bussen. Nach Valparíso geht es am Wochenende im 10-Minuten-Takt, und die Busse sind weitestgehend voll (deshalb hatten wir auch schon am Tag vorher ein Ticket besorgt). Weil unser Bus am falschen Terminal stand (das nehmen die da alles nicht so genau) wären wir beinahe stehen geblieben. Erst im letzten Moment kam uns die Idee doch einfach mal nachzufragen, wo denn der andere 9.10 Uhr Bus nach Valparaiso bleibt.

Quer durch die Anden bis ans Meer

Dann saßen wir drin im gut klimatisierten „Tur Bus“ (es gibt für die Fernbusse in Chile eigentlich nur die beiden großen Unternehmen „Tur Bus“ und „Pullman“ – auf der Autobahn wimmelt es vor Fahrzeugen dieser beiden Reiseveranstalter). Der Busfahrer heißt in Chile „Conductor“, und wie in Deutschland darf man während der Fahrt nicht mit ihm sprechen. Ist aber auch gar nicht möglich, weil er (wie im Flugzeug) zusammen mit seinem „Co-Piloten“ in einer abgetrennten Kabine sitzt. Vorn im Fahrgastbereich hängt eine täglich aktualisierte Erklärung des Fahrers, dass er genügend Ruhezeiten gehabt hat. Generell scheint das (Fern-)Busfahren hier in Chile sehr gut organisiert und komfortabel zu sein. Die Busse sind alle recht neu, klimatisiert, haben Fernseher, und sogar W-LAN (hab ich aber nicht ans Laufen bekommen). Auf einer Anzeige sieht man auch immer, wie weit es noch bis zum Ziel ist, und wie schnell der Bus fährt (wenn die Anzeige über 100 km/h hoch geht piept es, denn auf der Autobahn darf der Bus nur maximal 100 km/h fahren.

Es war dann auch wirklich eine sehr agenehme Fahrt, auf der Autobahn rauf und runter, kreuz und quer durch die Ausläufer der Anden. Und eh man sich versieht, ist man mittendrin in „Valpo“.

Eisiger Wind und rote Haut

Am Busbahnhof angekommen, war  erst einmal wieder Hektik angesagt: Unglaublich viele Menschen, die alle den passendenTicketschalter, ihren Bus oder – so wie wir – den Weg in die Stadt suchten. Wobei auch wir zunächst noch das Rückfahrtticket kaufen mussten (macht man aber am besten direkt beim Kauf des Tickets für die Hinfahrt … vorausgesetzt man weiß dann schon, wann man zurück will). Das lief aber alles problemlos, und so gingen wir aus dem Gebäude des Busbahnhofs auf die sonnenbeflutete Straße … und mir war eiskalt! Wie konnte das sein? Es lag ganz einfach am Wind, der vom Pazifik rüberwehte. In dieser Form hatte ich das aber auch noch nicht erlebt: Morgens um 11 schon fast 30 Grad Celsius, und dann dieser fast eisige Wind. Allerdings legte sich der Wind dann recht schnell etwas und es wurde noch deutlich wärmer. Wirklich gemerkt hat man das allerdings doch wiederum nicht, weil der Wind  immer vorhanden war … und deshalb gehe ich heute als originale „Rothaut“ durch.

Fisch, Obst & Katzen

Wir hatten dann zunächst erst mal gar keinen Plan, wohin es überhaupt gehen sollte. Am Ende haben wir uns eine Mischung aus „Einfach drauf los“ und den Infos bzw. dem kleinen Kartenausschnitt aus meinem Chile-Reiseführer als Marschplan zurechtgelegt . Zunächst ging es über einen unglaublich vollen, quirligen Markt, auf dem es hauptsächlich frisch gefangenen (und vor Ort ausgenommenen) Fisch gab, aber auch viel Obst, Gemüse und Fleisch. Es schloss sich eine Markthalle an, in der vor allem Obst angeboten wurde, und in der anscheinend eine ganze Horde Katzen in friedlicher Koexistenz mit den Marktschreiern lebt.

Die Straßenhunde von Valparaíso

Ansonsten ist Valparaiso (noch mehr als Santiago) ein Gebiet der Straßenhunde. Zu Dutzenden liegen sie in der Gegend herum, und wenn es man nicht besser wüsste würde man sagen, sie sind tot. Regunnglos liegen sie am Tag mitten auf dem Gehsteig, in Parks und am Straßenrand, um die Hitze des Tages möglichst unbeschadet zu überstehen, und dann in der kühlen Nacht nach Fressen zu suchen. Die meisten dieser Hunde sind einem erbärmlichen Zustand, aber allesamt sehr intelligent. Wenn sie sterben, dann am Hunger, und eher nicht weil sie von einem Auto angefahren wurden oder sich gegenseitig angegriffen haben.

Unser Weg durch die Stadt

Nach dem Markt bzw. der Markthalle sind wir an den Bahnschienen und damit am Hafen entlang in Richtung Altstadt gegangen. Dort haben wir den Weg bergauf eingeschlagen und sind die kleinen Gassen zwischen den in den Hang hinein gebauten Häuser abgelaufen – definitiv ein einmaliges Erlebnis. Die vielen kleinen, bunten Häuser, der Blick von oben auf den großen Hafen und die riesigen Schiffe – ein wahrer Augenöffner. Wir sind dann immer weiter hoch, bis uns eine nette junge Dame in Englisch darauf hinwies, dass wir doch recht vorsichtig sein sollten, speziell auch wegen der Fotokameras. Daraufin haben wir kehrt gemacht und sind dann in mittlerer Höhe einmal am Hang entlang gelaufen und dann wieder hinunter bis zum Hafen. Leider kommt man dort nicht wirklich hin, weil es lediglich ein (riesiger) Frachthafen ist – baden kann man dort nicht (zu diesem Zweck gibt es den Nachbarort Vina del Mar).

Zurück auf den Berg, ab ins Museum

Wir sind dann noch mal hoch auf den Berg (aber nicht mit der historischen Seilbahn, da standen viel zu viele Leute in der Schlange … für eine fünfminütige Fahrt muss man wirklich nicht zwei Stunden anstehen) und haben uns das „Museo Maritimo Nacional“ angesehen. Obwohl ich ja nicht so der Museen-Fan bin, war das aber schon recht interessant.

Grünes Kreuz gegen rote Haut

Danach ging es dann in alle Ruhe zurück in Richtung Busbahnhof. Weil wir bis zur Rückfahrt noch genügend Zeit hatten, haben wir uns noch Empanadas (genau, diese Teigtaschen mit Füllung) geholt und auf einer Bank niedergelassen. Dort machte sich dann mein Sonnenbrand bemerkbar, und ich bin mal direkt rüber in den „Cruz Verde“ („Grünes Kreuz“, so eine Art DM-Markt) um dort was zum Kühlen zu besorgen … war aber ausverkauft, und ich musste später in Santiago noch was besorgen.

Valparaiso ist eine Reise wert

Trotz der Sonnenbrands kann ich jedem der mal in der Nähe ist nur empfehlen, sich Valparaiso anzusehen. Das „Paradiestal“ (so die deutsche Übersetzung) ist zwar nicht wirklich ein Paradies (denn dafür ist es hier – je nachdem, in welcher Ecke man gerade ist –  zu laut, zu wuselig, zu dreckig), aber mit dem historischen Stadtkern (2003 zum Weltkulturerbe erklärt!), der einmaligen, farbenfohen Bebauung auf dem Berg und an seinem Hang, sowie mit dem überwätigenden Blick von oben in die Bucht, ein Ort, den man besucht haben sollte. Ich werde wahrscheinlich auch während meiner Zeit hier in Chile ein zweites mal nach Valparaiso reisen, um mir noch einige Orte anzusehen, die wir an einem Tag nicht geschafft haben.

Mehr Bilder aus Valparaiso

Mehr Bilder von meiner Reise nach Valparaiso gibt´s im nächsten Blogpost!

„Hola!“ – Lebenszeichen aus Santiago de Chile

Feb 5, 2012 by     7 Comments    Posted under: Allgemein, Kultur, Natur, Santiago, Spanisch

Eine Woche lang war hier Sendepause, und einige von euch haben sich bestimmt schon gefragt, was denn da los ist mit dem Christian. Die Antwort ist ganz einfach: Lernstress. Gar nicht so einfach, Spanisch zu lernen! Und a biserl krank war ich auch, leicht erkältet, und zwei Tage lang zum Teil doch heftige Magenprobleme. Aber das passiert hier, wie ich gehört habe, wohl den meisten, die gerade angekommen sind. Natürlich hab ich nicht nur gelernt und im Bett gelegen: Zusammen mit Sergeij (einem Kollegen aus dem Sprachkurs) habe ich einen Ausflug ins Zentrum gemacht, unter anderem auf den „Cerro Santa Lucia“ und zum „Placa del Armas“. Und gestern, am Samstag, waren wir in Valparaiso – mucho gusto! Eine wirklich tolle (Hafen-)Stadt. Da hab ich auch viele Bilder gemacht, von denen ich im nächsten Beitrag einige hier veröffentlichen werde.

Die erste Woche Spanisch-Sprachkurs

Wie bereits angedeutet: Eine Sprache (in diesem Fall Spanisch) von Null auf völlig neu zu erlernen, ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht manchmal denken mag. Vor allem dann nicht, wenn man bereits 36 Lenze auf dem Buckel hat, und es schon eine Weile ist, als man zum letzten mal Vokabeln und Grammatik pauken musste. Aber ich will mich nicht beschweren, hab es ja so gewollt. Es ist auch wirklich eine schöne Sprachschule, ich habe gute Lehrer, und die Leute in meinem Kurs (aus Polen, der Ukraine, den USA und aus Deutschland) sind sehr sympathisch. Ich in da deutlich der Älteste, aber passt schon. Und obwohl ich in der ersten Woche aufgrund von Krankheit und diversen Freizeit-Aktivitäten nicht so viel zum Lernen gekommen bin wie gewünscht, haben sich zum Ende der ersten Woche schon ein paar kleine Erfolgserlebnisse eingestellt.

Ausflug ins Zentrum von Santiago

Das Stadtzentrum von Santiago de Chile war als Ausflug seit jeher fest eingeplant, hatten mir doch diverse Reiseführer eine Menge Orte und Sehenswürdigkeiten empfohlen. Eigentlich hatte ich das erst für später eingeplant, aber am vergangenen Mitwoch haben Sergeij und ich ganz spontan nach der Schule die U-Bahn (übrigens haben wir hier das größte U-Bahn-Netz Südamerikas) genommen und sind in Santa Lucia ausgestiegen. Dann direkt rauf auf den „Cerro Santa Lucia“ (ein Berg mit einem Park mitten in der Stadt), und wow: was für eine Aussicht! Danach sind wir ein wenig durch die Fußgängerzone gelaufen, dann in Richtung „Cerro San Cristóbal„. Das ist ein weiterer Berg, im Stadtteil „Bellavista“ gelegen. Dort sind wir dann aber nicht hinauf (wird später nachgeholt), sondern zu Fuß quer durch Santiago nach Hause. Was eine Weile gedauert hat, und dann war es auch schon spät, wir beide ziemlich platt, und der Tag fast vorbei.

In der nächsten Folge: Valparaiso

Von meinem gestrigen Ausflug nach Valparaiso werde ich nächsten Blogpost (später am Tag) berichten, da aber vor allem die schönen Bilder sprechen lassen. Hasta pronto!