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Santiago – Puerto Montt: Durch die Nacht mit Christian

Feb 28, 2012 by     No Comments    Posted under: Allgemein, Tipps & Tricks, Travel

Nach dem Abschied im Kinderheim habe ich mir noch einen Tag Auszeit in Santiago genommen, um danach mit dem „Travel“-Teil meines Work and Travel in Chile zu beginnen. In 10 Tagen kann man von einem so riesigen und vielfältigen Land wie Chile nicht mal annähernd alles sehen, deshalb hatte ich beschlossen, mir lediglich den „kleinen Süden“ genauer anzusehen, und den Norden sowie Patagonien im „großen Süden“ für einen weiterenAufenthalt in Chile aufzuheben. Der erste Abschnitt der Reise sollte mich nach Puerto Montt führen, eine Hafenstadt 1.100 Kilometer südlich von Santiago. Laut Reiseführer und auch in meinen augen kein besonders schöner Ort, und deshalb auch für mich lediglich eine Durchgangsstation auf dem Weg auf die Insel Chiloe. Was man auf einer solchen Fahrt so alles erlebt, erfahrt ihr im folgenden Post.

30.000 Pesos & Schokoriegel zum Frühstück

Am Samstagabend um 20.30 Uhr ging es dann also los, vom Busbahnhof außerhalb Santiagos. 30.000 Chilenische Pesos kostet die Fahrt nach Puerto Montt, in einem Top-Reisebuss inkl. Liegesitzen – das sind nicht einmal 50 Euro für recht angenehmes Reisen über 1100 Kilometer. Busfahren ist in Chile generell extrem günstig, und ganz klar das Nr.1 Verkehrsmittel für weitere Strecken. Denn: Züge gibt es so gut wie gar nicht, und die Reise mit dem Flugzeug können sich viele Chilenen schlichtweg nicht leisten (das Fliegen ist auch nicht günstiger als bei uns in Deutschland). Übrigens bekommt man auf der Fahrt auch 2 mal was zu essen: Abends direkt nach der Abfahrt einen Snack, und am nächsten Morgen ein Frühstück. Auf das Frühstück hatte ich mich richtig gefreut, und mit einem Sandwich oder so gerechnet … aber dann gab es zu meiner großen Enttäuschung einfach noch mal das gleiche wie am Vorabend: Erdnüsse, einen Schokoriegel (den ich nicht mochte), und einen ekelig klebrigen Saft. Kein Witz.

Durch die Nacht mit John F. & dem namenlosen Copiloten

Richtig klasse war der erste Teil der Fahrt, raus aus Santiago, in die Nacht hinein, und hinter den Bergen, die Santiago einkesseln, versinkt die Sonne. Dazu passende Musik auf den Kopfhörern (John Frusicante, für alle Freunde des guten Geschmacks) – genial! Im Bus werden auch Filme gezeigt, und es spielt überhaupt keine Rolle, ob die einer sehen will. Das war nämlich so: In meinem (Schlaf-)Abteil des Busses saßen insgesamt 4 Leute. Ein Pärchen, ein einzelner Mann und ich. Die drei haben direkt nach Abfahrt die Augen zugemacht, und ich hatte Kopfhörer auf und hab aus dem Fenster gestarrt. Trotzdem hat der „Copilot“ (ja, die haben hier immer einen, der nicht fährt, sondern nur als Reisebegleiter dient) einen Film nach dem anderen aufgelegt.

Diese Arbeitsauffassung des Copiloten ist eigentlich recht stellvertretend dafür, wie die Chilenen ihre Arbeit erledigen: Alles schön nach Vorschrift, und das auch nicht groß hinterfragen (ist nicht böse gemeint, aber definitiv sehr häufig zu beobachten). Der Copilot ist auch eigentlich die ganze Fahrt lang nicht zu sehen, taucht dann plötzlich auf, rennt wie ein Irrer durch das Abteil und erledigt die für diese Zeit vorgesehene Aufgabe (Ticket kontrollieren, Essen austeilen, Vorhänge zuziehen … wobei es keine Rolle spielt, dass man offensichtlich noch dabei ist, die Aussicht zu genießen). So ist das.

Was ich mich aber noch gefragt habe: Wenn der Mann sowieso die ganze Fahrt am Bord ist, und bis auf einige wenige Rundgänge durch den Bus eigentlich nichts zu tun hat, wieso verkauft der dann während einer so langen Fahrt im Bus keine Getränke oder ordentliches Essen? Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Chilenen das Angebot nicht nutzen würden? Keine Ahnung, ist aber irgendwie schräg.

Gute Nacht mit Pausen

Nun gut. Es ging dann also durch die Nacht in Richtung Süden. Ich hab natürlich den Vorhang wieder weggezogen, eine Platte nach der anderen gehört und mir das nächtliche, an mir vorbeirauschende Chile angesehen. Viel Pampa, aber auch Fabriken. Und Wohnhäuser direkt an der Autobahn, und immer wieder kleine Stände, an denen Mann Obst, Alkohol oder sonstiges kaufen kann.

Irgendwann wurde aber die Landschaft immer karger und damit alles auch schwärzer, und ich gleichzeitig immer müder.  So richtig fest geschlafen habe ich immer nur kurz, aber definitiv was es ein angenehmeres Reisen als in den aus Deutschland bekannten Reisebussen (denn die haben viel schmalere, und vor allen Dingen keine Schlafsitze).

Interessant war, dass der Bus während der Nacht ein paar mal ca. eine halbe Stunde irgendwo in der Pampa stand, und es nicht weiterging. Ich vermute Ruhezeiten für den Busfahrer. Und an der Stelle kommt für mich dann doch wieder die Frage auf, warum der Copilot kein echter Copilot ist.

Die Schokoriegel-Situation

Die Nacht ging aber insgesamt recht schnell vorbei. Und als es dann hell wurde, kam Kollege „Dienst nach Vorschrift“ wieder durchs Abteil geflitzt, hat die Vorhänge aufgerissen und die Pappkartons mit den Schokoriegeln verteilt. Als ich den Karton aufgemacht und festgestellt habe, dass nicht nur die Verpackung gleich war zum Vorabend, war ich schon sauer und habe den Kerl innerlich verflucht. Den genauen Wortlaut behalte ich aber für mich.

Der schnarchende Ehebrecher

Nun war es nicht mehr weit bis nach Puerto Montt. Just kamen wir auf der Zwischenstation in Osorno an, wo einige Leute ausstiegen, und einige neue hinzukamen. Ausgestiegen ist auch der beleibte Schnarcher direkt hinter mir, der, wenn er nicht gepennt hat, die ganze Nacht flüsternd mit seiner Freundin telefoniert hat, die ständig auf seinem „Ich habe den bescheuertsten Klingelton“-Handy angerufen hat. Die Frau war mir ja schon ein wenig unsympathisch, als sie ihren Liebsten in Santiago so theatralisch verabschiedet hat. Irgendwie meine ich mich zu erinnern, dass er dann in Osorno von einer anderen Dame sehr herzlich empfangen wurde … oder hab ich das nur geträumt? Verübeln könnte ich im das nicht. Hehe…

 Ankunft in Puerto Montt

Etwa zwei Stunden später, am Sonntag gegen 9 Uhr war das Ziel der Fahrt erreicht: die Hafenstadt Puerto Montt. Wie einleitend schon angedeutet nicht der Ort, an dem man sich längere Zeit aufhalten möchte. Vor allem dann  nicht, wenn man weiß, dass die Seen, Vulkane und undendlichen grünen Weiten des kleinen Südens ganz in der Nähe sind. Ebenso die Insel Chiloe, von der ich im nächsten Post berichten werde.

Dösen, Geld holen, Bier kaufen, Bier trinken

Jan 27, 2012 by     No Comments    Posted under: Santiago, Tipps & Tricks

Mein Bett in Providencia, Santiago der ChileÜber meinen ersten kompletten Tag hier in Santiago de Chile gibt es nicht ganz so viel Spannendes zu berichten. Was ganz schlicht und einfach an der Tatsache liegt, dass ich einen großenTeil des Tages im Bett verbracht habe. Jetlag und die doch recht anstrengende Reise hierher haben ihren Tribut eingefordert. Deshalb an dieser Stelle nur in aller Kürze, was ich neben Schlafen (bzw.  hauptsächlich „dösen“) ansonsten noch so angestellt habe: Am Bankautomat Geld abgehoben, im Supermarkt Bier gekauft,  und Bier getrunken in einer amerikanischen Taverne.


Geld abheben in Santiago de Chile

Irgandwann am Nachmittag bin ich von der Wohnung aus ins Stadtteil-Zentrum von Povidencia aufgebrochen, um eine Filiale der „Sctotiabank“ zu suchen. Ich hatte den Tipp bekommen, dass man dort nur sehr wenige bis gar keine Gebühren zahlt – je nachdem, bei welchem Institut man über ein Konto verfügt (am besten wohl bei der Deutschen Bank, aber ich bin ja Sparkassen-Kunde).

Arbeitsplatz in Santiago de Chile

Mit Kredit- oder EC-Karte … und bei welcher Bank?

Bei meiner VISA-Kreditkarte weiß ich, dass Geld abheben an sich im Ausland nichts kostet, allerdings fällt immer 1% Auslands-Entgelt an, und natürlich kann das hiesige Kreditinstitut Gebühren berechnen. Da ich hier von verschiedenen Leuten verschiedene Infos bekommen habe, immer aber die Sctotiabank genannt wurde (neben Santander), hatte ich mich dazu entschlossen, beide Karten bei dieser Bank auszuprobieren. Gut ist es in jedem Fall, relativ viel Geld abzuholen, damit eventuelle  Gebühren nicht so häufig anfallen. Andererseits ist natürlich immer bsondere Vorsicht geboten, wenn man als Tourist mit so viel Geld durch die Gegend rennt (sollte man auch nicht machen, zumal man hier in Chile fast alles mit der Kreditkarte bezahlen kann).

Blick zum Hof in ProvidenciaAlarm am Geldautomaten

In diesem Fall hab ich dann mal die EC-Karte benutzt und gleich richtig viel Geld abgehoben, weil ich direkt danach bei meinem Vermieter die Miete in bar bezahlen wollte. Das mit dem Geldautomaten hat weitestgehend geklappt, auch wenn die (wahlweise) englische Menüführung nicht wirklich idiotensicher ist. Und: Wenn man von einem Schritt zum anderen zu lange überlegt, dann gibt es einen dermaßen lauten Alarm, dass man zunächst befürchtet, im nächsten Moment von einem bewaffneten Polizisten auf den Boden geworfen zu werden. Ist aber nicht passiert, und Geld mitsamt Quittung habe ich auch bekommen. Eine entsprechende Vormerkung war heute Morgen auch schon auf meinem Konto eingegangen, zum normalen Wechselkurs, aber bishe ohne Info bzgl. irgendwelcher Gebühren. Da muss ich mal abwarten. Und heute hebe ich dann noch mal mit der Kreditkarte Geld ab.

Vor dem Haus in Providencia.Schon wieder im Supermarkt

Danach bin ich noch mal in den Supermarkt, um einige Sachen zu besorgen, die ich am Vortag vergessen hatte, und um mich noch mal in Ruhe umzusehen. Es ist schon so, dass es doch viele Produkte gibt, die man auch aus Deutschland kennt, nur teilweise komplett anders verpackt. Bestes Beispiel: Marmalade in Tuben. In Gläsern gibt´s die auch, ist aber dann extrem teuer. Aber ich mag ja eh nicht so gern Marmelade – was für mich viel wichtiger war: 100prozentiger O-Saft. Gibt es hier auch, aber nur versteckt im Kühlregal. Alles andere ist Nektar oder O-Saft mit Soja und sonstigen Dingen versetzt. Und dann habe ich noch ein paar Dosen Bier gekauft – hatte ich eigentlich gar nicht vor, aber das Dosen-Design hat mir so gut gefallen und da stand „from Patagonia“ drauf, da musste ich zuschlagen.

Im Zentrum von Providencia, Santiago de Chile.American Burger … not for me!

Am Abend war ich dann gemeinsam mit der Marion (die meinen Aufenthalt hier in Chile zu großen Teilen organisiert hat), ihren Kolleginnen und einigen Teilnehmern der von ihrer Argentur organisierten Programme (über Marion und ihre Agentur demnächst mehr) in der „California Cantina„, einem amerikanischen Restaurant hier im Stadtteil Providencia. Ein wirklich schöner Laden, wenn auch etwas sehr laut und verraucht (obwohl es eigentlich auch in Chile ein Gesetz gibt, dass Rauchen an öffentlichen Plätzen verbietet). Definitiv gab es dort aber auch verdammt lecker aussehende Burger, doch hatte ich kurz vorher gegessen und muss jetzt demnächst noch mal hin. Die Pommes, die ich von Marions Teller geklaut habe, waren auf jeden Fall vielversprechend.

Providencia Santiago ChileBier, Wein – kein Schnaps

Ich hab dann nur ein Bier bestellt. Das kam in einem mächtigen Glas (ein halber Liter in einer großen Ausgabe der deutschen „Tulpe“), schmeckte leider nicht so wirklich gut, hatte aber gefühlt einen nicht ganz geringen Alkoholgehalt. Es ist dann bei dem einen Bier geblieben, auch weil mich niemand gefragt hat, ob ich noch was will. Laut Marion typisch für Chile: das Land ist eher wenig Service-orientiert. Ich werde demnächst aber auf jeden Fall mal andere Biersorten probieren, denn es soll hier einige wirklich gute chilenische und auch peruanische Biere geben. Meine Tendenz geht aber eher in Richtung Wein, denn das „Valle Cenral“, das bekannte chilenische Weinanbaugebiet ist ja nicht weit, und vorgestern hatte ich als „Schlummertrunk“ schon mal ein halbes Glas einer Traubensorte probiert, die es bei uns in Europa gar nicht mehr gibt – war richtig gut!

Demnächst mehr Bilder

Leider habe ich in den ersten beiden Tagen noch nicht so viele Bilder machen können, weil ich ausreichend damit beschäftig war, mich zurecht zu finden. Die paar Schnappschüsse, die ich über diesen Text verteilt habe, zeigen mein Zimmer, in dem ich in den nächsten Wochen wohnen werde, und die Gegend um die Wohnung herum.

Heute werde ich mich noch im U-Bahn-Fahren versuchen, es soll ins Zentrum gehen … und da bringe ich dann auch ein paar schöne Bilder mit.