Die erste Woche im Kinderheim Pudahuel

Feb 17, 2012 by     No Comments    Posted under: Allgemein, Freiwilligenarbeit, Santiago

So, jetzt habe ich die erste Woche Freiwilligenarbeit in Santiago de Chile hinter mich gebracht. In Kombination mit dem jeweils morgens stattfindenden Sprachkurs und der recht aufwendigen Anreise nach Pudahuel (dem Ortsteil, in dem sich das Kinderheim befindet) war das alles nicht gerade wenig Action in den letzten Tagen. Aber: Es hat sich gelohnt! Denn: Obwohl die Verständigung schwierig war und die Kids mitunter schon recht anstrengend sein können, überwiegt das gute Gefühl einer wichtigen und neuen Erfahrung. Und meistens hat es einfach auch nur Spaß gemacht, den Jungs im Heim etwas beizubringen oder mit ihnen zu spielen. Einen detaillierten Bericht, vorrangig zum ersten Tag, auf dieser Seite. Weitere Berichte folgen.

Auf nach Pudahuel

Direkt nach der Schule ging es zu Wochenbeginn los, mit der Metro in Richtung Pudahuel. Die komplette Anreise dorthin (also mit Fußwegen und Umsteigen) dauert ca. 45 Minuten – mas o menus. Auf dem Hinweg an diesem ersten Tag war die U-Bahn relativ leer, und auch an der Zielstation „Pudahuel“ nicht wirklich viel los. Vom U-Bahnhof bin ich zu Fuß losgegangen, immer eine breite Straße entlang, Mittagssonne, keine Bäume, und wenige Menschen unterwegs (zumindest im Bergleich zum Zentrum). Irgendwann ging es dann links ab, hinein in eine Wohnsiedlung, gleich wieder rechts und fertig.

Keine Probleme am Sicherheitstor

An der Schule angekommen habe ich mich mit meinem für einen solchen Anlass mittlerweile recht sicherem Spanisch vorgestellt und gesagt, dass ich einen Termin mit der Direktorin habe. Die kam dann auch sofort zum Eingangstor um mich abzuholen. Auch die Konversation mit ihr war deutlich einfacher als beim ersten Aufeinandertreffen zwei Wochen zuvor. Ich wurde einigen weiteren Mitarbeitern vorgestellt, und gemeinsam mit einer der Betreuerinnen bin ich dann zu „meiner“ Gruppe gegangen, also zu den ca. 25 Jungs (im Alter von etwa 10 bis 16 Jahren), mit denen ich ab diesem Tag arbeiten sollte. Sie hat mich ganz kurz vorgestellt, und dann war ich an der Reihe.

 Kurz vorstellen…

„Hola chicos! Mi nombre es Christian, soy de Alemana! Yo hablo muy poco Espanol, pero trato de aprender. Por favor, hable despacio, para que pueda entender. Y no se ria cuando digo algo estupido! 🙂

Voy a seguir seis semanas en Chile, y estoy en Chile por dos semanas. En la manana yo apprendiendo epanol en la escuela. Despues yo vengo aqui por la tarde, en los sigurientes dos semanas. Quiero jugar con usted, y ensenar ingles. Me presente, ahora su! Una por una!“

Nachdem ich mich vorgestellt hatte, waren also die Jungs an der Reihe. Es war wirklich süß zu beobachten, wie einige von Ihnen vorgeprecht sind, ihren Namen laut in die Klasse gerufen haben, und andere nicht über ein schüchternes Nuscheln hinauskamen. Aber alle waren sehr interesiert und wollten genau beobachten, wer das da vorne ist und was er eigentlich genau will.

…und ran an die Playstation!

Nun hatten sich also alle vorgestellt, und die Betreuerin hat mich dann einfach mal machen lassen. Englisch nterrichten sollte ich erst am nächsten Tag, also ging es darum, mit den Jungs was zu spielen. Ich ließ mich nicht lange bitten,  auf der Playstation Pro Evolution Soccer zu zocken. Die Jungs haben dabei eine interne Regel, dass man das Joypad weiterreichen muss, wenn man ein Tor kassiert hat. Ich habe mich dann absolut nicht schlecht damit gefühlt, das Joypad dauerhaft zu behalten. Nur meine Gegner wurden reihenweise ausgetauscht. Später gab es noch einige Tischtennis-Matches, und zwischendurch immer wieder die Situationen, in denen 10 Jungs um dich herumstehen, auf dich einreden und etwas wissen wollen, aber Du verstehst kein Wort. Da hilft dann nur noch „einer nach dem anderen“ und „mas lento por favor!“. Aber selbst dann sind manche der Jungs in ihrem Slang wirklich nur schwer zu verstehen.

Am späten Nachmitag ging es dann noch raus in den Hof, wo die Kids Fußball, Basketball oder Volleyball spielen, oder bei den Mädchen stehen, die ansonsten im Haus gegenüber untergebracht sind,  nachmittags aber auch häufig „Ausgang“ haben. Die Betreuer müssen dann höllisch aufpassen, dass die „Pärchen“ der schon etwas älteren Kids nicht hinter irgendeiner Tür verschwinden.

Die Kinder leben in einfachsten Verhältnissen

Um das schnellstmöglich klarzustellen: Wenn wir hier von Playstation und Tischtennis sprechen, darf nicht der Eindruck entstehen, diese soziale  Einrichtung sei in irgendeiner Weise gut ausgestattet. Die ranzige Playtation 2, der uralte Röhrenfernseher und die ausgenudelte Tischtennisplatte sind wahrscheinlich Spenden gewesen. Ansonsten ist das Heim sehr, sind die Schlaf- und gleichzeitig Aufenthaltsräume der Kinder allenfalls spartanisch engerichtet. Jede Gruppe mit jeweils 20 bis 30 Kindern schläft in einem Saal, und dort wird tagsüber auch gespielt. Besonders negativ aufgefallen sind mir die Wasch- und Toilettenräume: es stinkt überall fürchterlich nach Urin, und auf die Toilette gehen möchte man hier als Gast wahlich nicht. Die Kinder müssen aber. Für mich sah es ein wenig so aus, als würde hier niemals sauber gemacht.

Fotos…

…hab ich leider noch keine gemacht. Das ist auch in Rücksprache mir der Organisaton geschehen, die mir den Volunteer-Job vermittelt hat. Als unbekannter Mann da in der ersten Woche mit einer Kamera in ein Kinderheim reinzumaschieren und rumzufotografieren ist einfach nicht angebracht. Mittlerweile kennt man die Verantwortlichen aber schon, und in der nächsten Woche wird es sicher möglich sein, in Absprache mit den Verantwortlichen einige Bilder aufzunehmen. Das Bild oben habe ich aus dem Netzt von einer offiziellen Seite, und werde es zeitnah gegen eine eigene Aufnahme austauschen.

Weitere Berichte aus der ersten Woche…

…folgen hier in Kürze!

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